Videos mit Handbrake recodieren

Was ist Handbrake und wofür benötigt man es?

Wenn man Ingame-Videos aufnimmt, kommt es ab und an zu Problemen beim Upload, das verwendete Schnittprogramm hat Probleme mit dem Format oder es kommt zu Synchron-Problemen von Video und Audio.

Viele Recordingtools, wie nVidia Shadowplay arbeiten mit variablen Framerates. Das spart eine Menge Speicherplatz beim Aufnehmen, kann aber zu Problemen führen. Videoschnittprogramme erwarten konstante Framerates, da sonst im geschnittenen Video nach einer Weile Ton und Bild nicht mehr synchron sein können. Abhilfe schafft hier das Recoding auf eine konstante Framerate.

Ein kostenloses Tool ohne jegliche Werbung für diesen Zweck ist Handbrake. Dieses kleine Programm ist Open Source und die Bedienung ist wirklich kinderleicht. Ich möchte euch hier einmal zeigen, wie man damit in wenigen Minuten seine Videos recodieren kann.

Herunterladen und installieren

Ladet euch dafür zunächst einmal Handbrake direkt von der Herstellerseite herunter. Bitte nicht von Chip.de oder ähnlichen Seiten laden! Die schieben euch über ihre Installer nur unnützige Adware unter.

Nachdem ihr Handbrake heruntergeladen habt, installiert ihr das Programm ganz normal und schon kann es losgehen.

Wie verwendet man Handbrake?

Nachdem ihr Handbrake gestartet habt, seht ihr die englischsprachige Oberfläche vor euch. Keine Angst! Die Bedienung ist nicht schwer!

 

Klickt zunächst auf den Button “Source” und wählt euer Video aus, das neu berechnet werden soll.

Ihr könnt gleich mehrere Videos in einem Ordner neu berechnen lassen. Für den Anfang begnügen wir uns mit einem einzelnen Video. Klickt dazu auf “File”.

Im Bereich “Destination” klickt ihr nun auf “Browse” und gebt eurem fertig berechneten Video einen Namen und Speicherort vor.

Jetzt kommt der “schwierige” Teil. Die Einstellungen für die Videoausgabe müssen vorgenommen werden. Klickt dazu auf die Registerkarte “Video” und stellt die Ausgabe entsprechend euren Wünschen ein.

Für optimale Ergebnisse solltet ihr einen h.264 Codec verwenden. Die Framerate sollte auf “Same as source” bleiben. Wichtig: stellt sicher, dass “Constant Framerate” eingestellt ist, wenn ihr das Video weiter bearbeiten wollt!

Im Bereich “Quality” solltet ihr den Schieberegler auf 17 stellen. Das garantiert eine optimale Bildqualität. Ein höherer Wert erhöht nur die Dateigröße, führt aber zu keiner sichtbaren Qualitätsverbesserung.

 

Im Eingabefeld “Extra Options” gebt ihr bitte die folgende Zeile ein:

keyint=15:min-keyint=1:bframes=0

Dies führt zu einer schnelleren Berechnung, da Handbrake dann nicht so viele (unnötige) Keyframes erstellt.

Um diese Einstellungen nicht jedes Mal erneut vornehmen zu müssen, könnt ihr ein Preset anlegen. Klickt dazu unten rechts auf “Add” und gebt eurem Preset einen aussagekräftigen Namen. Wenn ihr nun das Preset auswählt und auf das kleine Zahnrad “Options” klickt und dort “Set Default” wählt, startet Handbrake ab sofort immer gleich mit diesen Einstellungen.

Geschafft! Das war´s schon! Klickt jetzt einfach auf “Start” und nach ein paar Minuten (abhängig von der CPU-Power) hat Handbrake euer Video neu berechnet.

 

Mehr Möglichkeiten

Natürlich hat Handbrake noch eine Menge weiterer Möglichkeiten, wie die Unterteilung in Kapitel, Hinzufügen von Untertiteln und Audiospuren und vieles mehr. Das führt aber für unsere Zwecke viel zu weit und sollte nach Möglichkeit auch besser in Videoschnitt- und Videocompositingprogrammen erledigt werden.